Hitzewelle – was dir die TCM jetzt empfiehlt
Die Temperaturen sind hoch, der Kreislauf macht schlapp und viele schlafen schlecht oder fühlen sich ungewöhnlich müde. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin ist das typisch: Sommerhitze verbraucht Qi und Körperflüssigkeiten. Dadurch trocknet der Körper aus, der Kreislauf wird instabil und das Herz kann unruhig werden.
Die wichtigste Regel lautet deshalb: Hitze wird nicht mit Kälte behandelt. Eiskalte Getränke oder grosse Mengen Glace verschaffen zwar kurzfristig Erleichterung, belasten jedoch die Verdauung und erschweren dem Körper, die Hitze wieder auszuleiten.
Was jetzt auf den Teller darf
Bevorzuge leichte, saftige Mahlzeiten mit einer kühlenden thermischen Wirkung. Besonders geeignet sind alle Sommergemüse (gerne gekocht oder gebraten) wie Gurken, Zucchini, Tomaten oder Blattsalate. Hülsenfrüchte und ganz besonders die Mungbohnen sowie Reis oder Hirse können die Hitze im Körper ausgleichen. Auch Wassermelone gehört zu den klassischen Sommerlebensmitteln der TCM. Sie kühlt, befeuchtet und unterstützt den Körper dabei, Hitze auszuleiten. Iss sie jedoch in kleinen Mengen und möglichst nicht direkt aus dem Kühlschrank. Bleibe gerne abwechslungsreich und geniesse den Sommer mit leckeren Mahlzeiten.
Die richtigen Getränke
Trinke regelmässig über den Tag verteilt, bevor der Durst kommt. Lauwarmes Wasser bleibt die beste Grundlage.
Ein bewährtes Hausmittel der TCM ist Pfefferminztee. Warm oder lauwarm getrunken leitet Pfefferminze Sommerhitze aus, klärt den Kopf und erfrischt, ohne die Verdauung zu schwächen.
Ebenso traditionell ist Mungbohnentee. Mungbohnen gelten in der chinesischen Ernährungslehre als eines der besten Lebensmittel, um Hitze auszuleiten und gleichzeitig Körperflüssigkeiten zu bewahren. Dafür werden eingeweichte Mungbohnen etwa 20 Minuten gekocht und das Kochwasser über den Tag verteilt getrunken. Aus den Mungbohnen kannst du mit viel frischer Petersilie und einer leckeren Senfbetonten Salatsauce, einen Sommersalat zubereiten. Schmeckt super mit etwas Wassermelone und Feta dazu.
Den Kreislauf stärken
Mit dem Schwitzen verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe. Deshalb reicht reines Wasser oft nicht aus. Eine gut gesalzene Gemüse- oder Knochenbouillon liefert Flüssigkeit und Elektrolyte gleichzeitig und unterstützt nach TCM die Mitte, ohne sie zu belasten. Gerade ältere Menschen oder Personen mit niedrigem Blutdruck profitieren häufig von einer kleinen Tasse Bouillon am Morgen oder Nachmittag (ich mag sie gerne schluckweise über den Tag verteilt)
Was du besser reduzierst
Alkohol, grosse Mengen Kaffee, scharfe Gewürze sowie stark gebratene oder frittierte Speisen erzeugen zusätzliche Hitze und trocknen den Körper weiter aus. Wenn du Knoblauch oder scharfe Gewürze verwendest, kombiniere sie mit kühlenden Lebensmitteln wie Gurken, Joghurt oder frischen Kräutern. So entsteht ein thermisches Gleichgewicht – ein Prinzip, das viele mediterrane Küchen seit Jahrhunderten ganz selbstverständlich anwenden.
Bewegung mit Augenmass
Auch Bewegung gehört im Sommer dazu – aber zum richtigen Zeitpunkt. Intensive körperliche Aktivität verlegst du bei Temperaturen über 30 Grad am besten in die frühen Morgenstunden oder auf den späten Abend. So entlastest du Herz und Kreislauf und vermeidest eine zusätzliche Belastung durch die Hitze und die erhöhten Ozonwerte.
Gerade ältere Menschen reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen, da die Wärmeregulation und das Durstgefühl oft nachlassen. An Tagen mit über 30 Grad gilt deshalb: körperliche Anstrengung vermeiden, die heissesten Stunden möglichst im Schatten oder in kühlen Innenräumen verbringen und regelmässig trinken – auch ohne Durstgefühl.
Wichtig: Hohe Temperaturen können die Wirkung oder Verträglichkeit bestimmter Medikamente beeinflussen. Wenn du regelmässig Medikamente einnimmst – beispielsweise gegen Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder zur Entwässerung – solltest du dies während einer Hitzewelle im Blick behalten und bei Unsicherheiten mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem behandelnden Arzt besprechen.
Mein Praxistipp: In meiner Praxis empfehle ich an heissen Tagen keine komplizierten Ernährungspläne. Meist reichen schon drei einfache Massnahmen: regelmässig trinken, mittags leicht und gekocht essen und nach starkem Schwitzen eine Gemüsebouillon statt ein weiteres Glas kaltes Wasser.
Ein kühles Fussbad, ein Spray mit Pfefferminze Hydrolat, natürliche Kleidermaterialien und immer wieder kleine Pausen können zusätzlich Kühlung bringen.
Schon kleine Veränderungen können den Kreislauf oft spürbar entlasten.
Ich wünsche dir entspannte Sommertage.